Ich schreibe dir,
weil ich sonst nicht weiß, wohin
mit all dem, was bleibt.
Ich gehe auf deine Gedenkseite
wie auf einen stillen Platz,
an dem die Zeit stehen geblieben ist.
Ich schaue dein Gesicht an,
immer wieder,
als könnte ich mir einprägen,
dass du wirklich da warst,
dass du nicht nur ein Gedanke bist,
kein Traum,
kein schmerzhafter Irrtum.
Ich verliere mich in den Bildern,
in deinem Lächeln,
in Momenten, die eingefroren sind,
während ich weiterlebe
und nicht weiß, wie man das macht
ohne dich.
Ich schreibe dir, Ric,
weil es sich anfühlt,
als wärst du mir dann näher.
Als würde jedes Wort
die Entfernung ein kleines Stück
zusammenschieben.
Als könnte ich dich erreichen,
wenn ich nur ehrlich genug bin,
wenn ich nur alles sage.
Es ist schwer alleine.
So schwer, dass mein Körper es merkt.
Dass die Nächte zu lang sind
und die Tage zu laut.
Ich vermisse dich in Momenten,
in denen niemand es sieht:
wenn ich lachen will
und du fehlst,
wenn etwas passiert
und du der Erste wärst,
dem ich es erzählen würde.
Es tut weh.
Nicht leise, nicht sanft
es tut weh wie etwas,
das keinen Platz mehr findet.
Und manchmal halte ich es kaum aus.
Manchmal will ich einfach aufhören,
stark zu sein,
aufhören, zu erklären,
aufhören, weiterzugehen.
Alles, was ich will,
ist bei dir sein.
Nicht irgendwann,
nicht in Erinnerungen..
jetzt.
Ich will deine Umarmung,
so selbstverständlich,
als wäre nichts passiert.
Ich will deine Stimme hören,
meinen Namen aus deinem Mund.
Ich will deinen Atem spüren,
diesen Beweis,
dass du lebst
und ich nicht träume.
Ich will einfach neben dir sitzen
und nichts sagen müssen.
Ich will, dass die Welt kurz anhält
und mich dort lässt,
wo du bist.
Also schreibe ich dir.
Immer wieder.
Weil Schreiben das Einzige ist,
was sich anfühlt
wie Nähe.
Weil ich hoffe,
dass du es vielleicht liest.
Und wenn nicht
dann hält mich dieser Gedanke
wenigstens einen Moment
zusammen.
Deine Nathalie
dein 30. Geburtstag, wie gerne würde ich dich umarmen.
Ich bin so traurig und kann es immer noch nicht fassen.
Ich liebe dich!
Mama
ich habe in diesem Jahr, das erste Mal versucht, deinen Tod anders zu sehen. Als Erlösung, für dich. "Sich das Leben nehmen", welches Leid und welche Ausweglosigkeit muss da in dir gewesen sein. Oft konnte ich es ja auch nachempfinden, da ich auch zu Depressionen neige. Es war vieles nicht richtig für dich und du hast keinen Weg da herausgefunden.
Das ist es, was mich immer noch verzweifeln lässt.
Der Schmerz ist immer noch schwer aushaltbar. Die Wochen vor dem Tag, als du für immer gegangen bist, habe ich immer das Gefühl, ich könnte etwas tun, diesen Schritt rückgängig zu machen. Mein Kopf arbeitet an Varianten, was ich tun kann, dass du zurückkommst. Erst an deinem Todestag werde ich ruhiger. Es ist jedes Jahr so und ich weiß, dass es auch anderen so geht.
Mein lieber Ric, ich habe dich so sehr lieb und bin dankbar, dass ich dich hatte!
gestern war dein 27. Geburtstag und wir haben schon Wochen vorher daran gedacht. Warum ist das so? Weil jeder Geburtstag vorbereitet wird. Auch deinen Geburtstag haben wir tief in uns gespeichert und überlegen, wie dieser Tag ohne dich sein wird.
Deine Abwesenheit schmerzt und es ist immer noch Arbeit, an die schönen Stunden zu denken und nicht an den Verlust.
Wir lieben dich sehr!
heute Nacht vor 6 Jahren bist du gegangen, lieber Ric, warum konnten wir das nicht verhindern?
Ich frage mich immer wieder, wie konnte und kann es ohne dich weiter gehen?
Nach vielen Versuchen einen Weg zu finden, weiß ich heute, dass der Weg jeden Tag aufs neue gefunden werden muss. Manchmal hilft es, sich aufs JETZT zu konzentrieren, nicht in der Vergangenheit leben, die Erinnerung an dich dankbar und liebevoll festzuhalten.
Aber auch beim Schreiben dieser Worte ist mir klar, das kann ich nur, wenn ich meine emotionale Rüstung anhabe. Das heißt nicht, dass es mir immer schlecht geht, das Leben geht wirklich weiter, mit wunderbaren Momenten. Aber nicht nur ich hätte dich gerne dabei.
Vielen Dank an euch alle, die uns immer wieder unterstützen!
Am Samstag, dem 05.03.2022 um 15.00 Uhr treffen wir uns wieder am Teich.
Ich wünschte mir du wärst jetzt ein Engel, das würde mich trösten.
Mein geliebtes Kind,
du fehlst, unendlich
und Weihnachten immer noch mehr.
Du bist in unseren Gedanken und Gesprächen,
und in jedem Herzschlag,
ich liebe Dich!