Ich schreibe dir,
weil ich sonst nicht weiß, wohin
mit all dem, was bleibt.
Ich gehe auf deine Gedenkseite
wie auf einen stillen Platz,
an dem die Zeit stehen geblieben ist.
Ich schaue dein Gesicht an,
immer wieder,
als könnte ich mir einprägen,
dass du wirklich da warst,
dass du nicht nur ein Gedanke bist,
kein Traum,
kein schmerzhafter Irrtum.
Ich verliere mich in den Bildern,
in deinem Lächeln,
in Momenten, die eingefroren sind,
während ich weiterlebe
und nicht weiß, wie man das macht
ohne dich.
Ich schreibe dir, Ric,
weil es sich anfühlt,
als wärst du mir dann näher.
Als würde jedes Wort
die Entfernung ein kleines Stück
zusammenschieben.
Als könnte ich dich erreichen,
wenn ich nur ehrlich genug bin,
wenn ich nur alles sage.
Es ist schwer alleine.
So schwer, dass mein Körper es merkt.
Dass die Nächte zu lang sind
und die Tage zu laut.
Ich vermisse dich in Momenten,
in denen niemand es sieht:
wenn ich lachen will
und du fehlst,
wenn etwas passiert
und du der Erste wärst,
dem ich es erzählen würde.
Es tut weh.
Nicht leise, nicht sanft
es tut weh wie etwas,
das keinen Platz mehr findet.
Und manchmal halte ich es kaum aus.
Manchmal will ich einfach aufhören,
stark zu sein,
aufhören, zu erklären,
aufhören, weiterzugehen.
Alles, was ich will,
ist bei dir sein.
Nicht irgendwann,
nicht in Erinnerungen..
jetzt.
Ich will deine Umarmung,
so selbstverständlich,
als wäre nichts passiert.
Ich will deine Stimme hören,
meinen Namen aus deinem Mund.
Ich will deinen Atem spüren,
diesen Beweis,
dass du lebst
und ich nicht träume.
Ich will einfach neben dir sitzen
und nichts sagen müssen.
Ich will, dass die Welt kurz anhält
und mich dort lässt,
wo du bist.
Also schreibe ich dir.
Immer wieder.
Weil Schreiben das Einzige ist,
was sich anfühlt
wie Nähe.
Weil ich hoffe,
dass du es vielleicht liest.
Und wenn nicht
dann hält mich dieser Gedanke
wenigstens einen Moment
zusammen.
Deine Nathalie